ettenpanzer

Erfunden wurde die Kettenrüstung höchstwahrscheinlich von den Kelten im 4. Jh. v.Chr. Der bislang älteste Nachweis eines Ringpanzerhemdes stammt aus einem keltischen Grab im heutigen Rumänien.
So wie jedwelche Rüstung hatte auch die Kettenrüstung Vorteile und Nachteile.

Vorteile:

  • -guter Schutz vor Schnitten
  • -gute Mobilität
  • -dank der flexiblen Ausführung, konnte die selbe Rüstung von mehreren Soldaten getragen werden
  • -die Leichtigkeit mit der sie unter der Kleidung versteckt werden konnte.

Nachteile:

  • -geringer Schutz vor Stichen und Pfeilen
  • -hoher Herstellungsaufwand
  • -hoher Preis

Die Römer erkannten schnell die Vorteile dieser Rüstungsart und übernahmen diese im 4. Jh. v.Chr. von ihren nördlichen Nachbarn und verwendeten sie unter der Bezeichnung Lorica Hamata.
Neben zahlreichen anderen Rüstungsarten wurde die Kettenrüstung in der Spätantike bis zum Untergang des Weströmischen Reiches im 5. Jh n.Chr. verwendet.
Nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches gab es lange Zeit keine nennenswerte Rüstungsindustrie in Europa. Die Kettenrüstung war im Frühmittelalter im Großteil Europas deshalb weniger verbreitet.
Eine komplette mittelalterliche Kettenrüstung, bestand aus mehreren zehntausend Ringen, die miteinander vernietet oder verschweißt wurden. Deshalb war es äußerst aufwendig, eine solche Rüstung herzustellen, was sich auch im Preis widerspiegelte.
Eine Kettenrüstung bot einen sehr guten Schutz vor Schnittverletzungen, aber gegen kraftvolle Hiebe und Stiche sowie Armbrustbolzen und Pfeilen, half sie wenig.
Deshalb ging man ab der Mitte 13. Jahrhunderts dazu über, die Kettenrüstung nach und nach durch Metallplatten zu verstärken oder zu ersetzen. Mit dem verschwinden der Rustung auf dem Schlachtfeld verschwand auch der Kettenpanzer.
In der Industrie, bei bestimmten Arbeiten, z.B. im Fleischer- oder Metzgerhandwerk, werden Kettenhandschuhe und -schürzen zum Schutz vor Schnitten mit dem Messer auch heute noch getragen.

 

 
eschussteste

Die Frage wie die Wirkung eines Pfeils, auf ein Kettenhemd bzw. auf einen Gambeson aussieht, habe ich mir schon lange gestellt. So beschloss ich einige Tests selber durchzuführen. Zu erst benötigte ich ein Schtück Schweinerippen (beschaffte ich mir vom Metzger, danach wanderte das gute Teil auf den Grill)

Erster Test:
Beschuss mit einem 20 kg Bogen von 10m Entfernung. Pfeil mit einer kurzen Spitze (geeignet zum durchdringen von Plattenpanzer). Was herauskam sieht man weiter Unten.)

Bei so einem treffer hätte man 8 cm Pfeil in der Lunge stecken! Dabei ist interessant das beide treffer von den Rippen abglitten und durch die Zwischenrippenmuskel eindrangen.

Zweiter Test:
Ein Gambeson aus 12 Lagen Leinen. Bei einem früheren Test, bei dem ich eine Sandsack als Unterlage verwendete, ging der Pfeil glatt durch. Dieses Mal aber drang die Spitze kaum 3 cm ein. Es scheint dass die Elastizität der Schwarte und der darunter liegende Fettschicht einen grossen Teil der Energie des Pfeiles zerstreut!

Dritter Test:
Kettenhemd darüber, ID = 8 mm, aus 1,8 mm Eisendraht. (meine Kettenhaube wurde für die Wissenschaft geopfert)

Viel mehr als nur der Gambeson schützte das Hemd nicht! 2 cm Spitze gingen durch.
Auch diese Mal war die Wirkung geringer als bei einem anderen Versuch auf einem Sandsack.