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Der Schild ist eine Schutzwaffe gegen Hieb, Stich, Pfeil- und Spiesswurf und kommt bereits in prähistorischer Zeit vor.
Im allgemeinen wurden die Schilde aus Holz gefertigt, mit Leinwand, Leder oder Pergament überzogen. Auf diesen Überzug wurde das Wappen aufgemalt oder, aus geeignetem Material (z. B. aus Pelzwerk) ausgeschnitten und aufgenagelt. Der Rand wurde mit Rohaut oder Metall eingefasst, was dem Schild zusätzliche Stabilität verlieh. An der in der Mitte hervortretenden Erhöhung (Omphalos, Schildbuckel) war oft eine eiserne Spitze angebracht, die nicht allein die Kraft der Wurfspiesse, Pfeile, Steine etc. schwächen sollte, sondern im Handgemenge als Angriffswaffe diente.
Zum Halten des Schildes waren entweder ein Lederriemen, oder eine eisserne Handhabe, ein innen befestigtes Querhölz oder metallene Ringe angebracht, durch welche der linke Arm gesteckt wurde. Die Schilde konnten an einem Riemen (Schildfessel) um den Hals getragen werden.

Riemen eines Schildes

Die älteste Schildform, bei den Griechen, war die des Kreises, später, der bessern Deckung wegen, wurde sie oval, etwa 1,5 m lang, mit seitlichen Ausschnitten, böoiischer Schild genannt, welcher von den Hopliten geführt wurden.

scut grecesc

Der Schild der Römer war ursprünglich rechteckig, an seine Stelle trat später der tuskische Rundschild (clupeus, aspis) und seit den Gallierkriegen das etwa 1,25 m hohe, 80 cm breite Scutum. Der von den principes geführte eherne Clupeus wurde durch die kreisrunde Parma von 1 m Durchmesser aus Leder ersetzt.
In späterer Zeit waren ovale, rechteckige und sechseckige Schilde im Gebrauch, deren Form und Bemalung (Blitzstrahlen , Adler, Halbmonde, Lorbeerzweige etc.) zur Unterscheidung der Truppenteile dienten.

scutum roman

Römer und Griechen machten nicht allein im Einzelgefecht von den Schilden Gebrauch, sondern ganze Abteilungen wussten diese Schutzwaffen so zu verschränken, dass dadurch zum Angriff, vorzüglich zur Verteidigung gegen Reiterei, sowie bei Rückzügen, wo die Schwerbewaffneten die leichten Truppen und den Tross in die Mitte nahmen, ein undurchdringliches Schutzdach gebildet wurde.

Das Mittelalter kannte zwei Hauptformen der Schilde, den Buckeler und den Schild im engern Sinn. Der Buckeler war rund, gewölbt mit grossem, rübenförmigem Buckel. Er wurde vom 11. Jh. an, von dem dreieckigen Ritterschild mehr und mehr verdrängt. Die runden Schilde, die vorzugsweise geringerm Kriegsvolk und Söldnern im Ernstkampf dienten, hielten sich bei den Franzosen, Spaniern, Niederländern und der italienischen Reiterei unter dem besondern Namen Rondellenam am längsten im Gebrauch.
Die älteste Form des Ritterschildes ist der normännische Schild, länglich, oben abgerundet, unten spitz, stark um den Leib des Trägers gebogen. Auf dem Rücken getragen diente er haupsächlich bei der Deckung des Rückzuges nach einem Lanzenangriff. Um 1200 wird der Schild oben geradlinig.

scutum normand

In der zweiten Hälfte des 14. Jh. verschwanden die Schilde aus dem Kriegsgebrauch, und bei den Turnieren bürgerte sich demnächst die Tartsche ein.

Tartsche, targe

Dieselbe war rechteckig und heraldisch rechts mit einem Ausschnitt zum Einlegen der Lanze versehen. An diese Form lehnen sich die späteren, heraldischen Phantasieschilde an, die der Symmetrie halber an beiden Seiten Ausschnitte erhielten und unten stets abgerundet waren. Eine nur für den Kriegsgebrauch (noch im 16. Jh.) dienende Waffe waren die böhmischen Pavesen (Setzschild, auch Sturmwand genannt), bis zu 2 m hoch und verhältnismässig breit, innen mit Eisen beschlagen und unten mit eisernen Spitzen versehen, mittels deren sie in die Erde festgerammt wurden, um den Kämpfern Deckung zu geben.
Beim Rittertum des Mittelalters spielte der Schild eine bedeutende Rolle. Das Berühren des Schildes war eine Herausforderung zum Zweikampf; Ritter, die in der Schlacht fielen, wurden mit dem Schild bedeckt; in seinem Schild empfing der Ritter die Gabe feines Herrn. Der Verlust des Schilbes in der Schlacht galt als die grösste Schande, daher wurden die auf dem Schlachtfeld getöteten oder verwundeten Krieger auf demselben weggetragen.